Editorial 6/2025
Viel Neues in 2025 – auf manches hätten wir lieber verzichtet
Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
der Vorstand der ADK freut sich über den Zuspruch, den unsere Veranstaltungen, Seminare und Publikationen auch in diesem Jahr erhalten haben. Ihre Fachgesellschaft erscheint als Fels in der Brandung, während im politischen Raum der Konsens immer schwieriger wird.
Nach der Bundestagswahl 2025 kam es nicht zu dem erhofften Wechsel zu klaren und wirtschaftlich nachvollziehbaren Entscheidungen, insbesondere im wichtigen Energiebereich. Bundeskanzler Merz steht vor einer Mammutaufgabe, wie es sie vielleicht in den Jahren seit Bestehen der Bundesrepublik noch nicht gegeben hat. Einmalig ist der einstimmige Entschluss der Jungen Union gegen das Rentenpaket der Koalition. Ich tippe bei weiter starren Fronten früher oder später auf Neuwahlen oder eine Minderheitsregierung, um mit wechselnden Mehrheiten zumindest einige der anstehenden wichtigen Entscheidungen im Parlament durchzusetzen. Vielleicht bewirkt das Christkind ein Wunder und erinnert die Parlamentarier daran, dass sie gemäß Grundgesetz zuallererst ihrem Gewissen verpflichtet sind.
Für uns Ärztinnen und Ärzte war das Jahr 2025 gerade im Bereich der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) eine große Enttäuschung. Die Bundesärztekammer hat nicht erkannt, wie wichtig es auch für das Standing der Ärzteschaft ist, die Auswirkungen der steigenden Kosten und der Inflation nach Jahrzehnten starrer Honorare anzugehen. Statt neuer Ziffern und Leistungsbeschreibungen sowie Weiterführen der Abrechnungsakrobatik inklusive Abwertung diverser Leistungen gerade in unserem Bereich hätte die Chance auf Neuerung durch Flexibilität bestanden. Weniger Bürokratie und mehr Transparenz hätte man sich gewünscht. So ist jeder Hautarzt zurzeit froh, dass zumindest heute noch die alte GOÄ gilt.
Errungenschaften eigener Art sind die Gematik und die Telematikinfrastruktur (TI) im Gesundheitswesen. Ärztin oder Arzt und ihre Patientinnen und Patient erleben jeden Tag diverse Ausfälle und Fehlfunktionen, vom behinderten praxisinternen Workflow durch eAU, E-Rezept und ePA ganz zu schweigen. Auch die künstliche Intelligenz wird unsere Arbeit zunehmend prägen, wobei die wesentlichen Fragen des Datenschutzes und der Finanzierung bisher nicht geklärt sind. Eine durchgängige und allen Ärzten geläufige Umsetzung der TI im Gesundheitswesen nach Schweizer Vorbild wäre wünschenswert.
Im Zweifelsfall wird man immer noch die Karteikarte nutzen, insbesondere, wenn es um Patientinnen und Patienten mit speziellen Fragestellungen aus der eigenen Sprechstunde geht, deren Daten besonders schützenswert sind. Das Vertrauen unserer Patientinnen und Patienten zählt!
Hoffentlich kommen wir in der Weihnachtszeit etwas zur Ruhe und haben Zeit für Familie und Besinnung. Denken wir daran, dass die meisten Menschen selbst immer noch in einer überwiegend analogen Welt leben und auch ohne Strom funktionieren. Da kann man auch das Handy beiseitelegen und Ruhe im Privaten zu finden: „Digital Detox“ ist angesagt!
In der Weihnachtszeit wünschen wir Ihnen Ruhe und viel Zeit für Privates, Familie und Besinnung.
Mit vorweihnachtlichen Grüßen
Dr. Matthias Herbst und der ADK-Vorstand

Spezielle Informationen für Laien zum Thema Haut, Hautpflege und Kosmetik
ästhetische dermatologie & kosmetologie 6/2025
Themenschwerpunkte aus allen Bereichen der ästhetischen Dermatologie