Editorial 5/2026

Beeindruckend waren die Fülle der Vorträge, die technische Umsetzung und die gigantische Industrieausstellung.
35. EADV-Kongress in Wien – Outstanding!
Gelegentlich gelingt es doch, dem Praxisalltag zu entkommen – im Streben nach neuen Erkenntnissen und Eindrücken. So führte mich Ende September eine ereignisreiche Zugreise mit der Deutschen Bahn und den Österreichischen Bundesbahnen in die Donaumetropole Wien.
Ereignisreich deshalb, weil ich in Deutschland erleben durfte, dass eine Zugfahrt wegen Personalmangels nicht planmäßig fortgesetzt werden konnte. Es sind also nicht immer nur die Gleisarbeiten oder Defekte an der Lok: Auch organisatorische und strukturelle Defizite im Personalmanagement können – wie in der Praxis – zu Problemen führen.
Wien selbst präsentierte sich indes von seiner allerbesten Seite: Durchgehend blauer Himmel, sommerliche Temperaturen und viel Sonnenschein bildeten den Rahmen für ein rundum gelungenes Lernerlebnis. Beeindruckend waren die Fülle der Vorträge, die technische Umsetzung sowie die gigantische Industrieausstellung, die einmal mehr zeigte, welche Bedeutung hochwertige Präparate – allen voran Biologika – heute in unserem Fachgebiet haben.
Die ästhetische Dermatologie war an allen vier Kongresstagen mit Schwerpunktsitzungen vertreten. Unsere Präsidentin, Prof. Dr. Claudia Borelli, referierte im Symposium zu den therapeutischen Möglichkeiten bei Melasma. Vor dem Hintergrund der bestehenden Studiendaten bleibt die Kligman-Formel in einer Rezeptur kombiniert mit Hydrochinon weiterhin die am besten anzuwendende Behandlungsoption. Ergänzend können auch chemische Peelings angewendet werden. Mit diesem Ansatz hat Prof. Borelli bereits gute Erfahrungen gemacht und sehr gute Ergebnisse erzielt, insbesondere mit Glykolsäure. Das Problem bei dem Großteil dieser ästhetischen Prozeduren ist jedoch, dass die vorhandenen Studien schwer miteinander vergleichbar sind, da etwa unterschiedliche Peelings oder unterschiedliche Methoden angewandt werden. Für die Fachgesellschaften und die wissenschaftliche Forschung gibt es daher noch viel zu tun.
Nach vier intensiven Kongresstagen mit zahlreichen Diskussionen – mit internationalen wie nationalen Kolleginnen und Kollegen – bleibt der Eindruck, dass die Dermatologie stetig neue diagnostische und therapeutische Möglichkeiten hervorbringt. Diese Impressionen geben die Gewissheit, dass unser Fachgebiet auch künftig eine wichtige Rolle in der medizinischen Versorgung in Deutschland spielen wird. Entscheidend wird sein, diese Potenziale zu erkennen, zu definieren und richtig einzusetzen. Auf das „Wie“ kommt es an! Die Antwort darauf sollten wir angesichts des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes noch in diesem Jahr finden.
Dr. Matthias Herbst
Generalsäkretär der ADK
Prof. Dr. med. Claudia Borelli
Vorsitzende der ADK

Spezielle Informationen für Laien zum Thema Haut, Hautpflege und Kosmetik
ästhetische dermatologie & kosmetologie 5/2026
Themenschwerpunkte aus allen Bereichen der ästhetischen Dermatologie