Editorial 3/2026

Ich appelliere ausdrücklich an Sie, sich Gedanken über Konsequenzen zu machen und freue mich auf Zuschriften!
Sparkurs im Gesundheitswesen – wir müssen uns wehren!
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
diese Wochen stehen ganz im Zeichen der Spargesetzgebung im Gesundheitswesen. Die Koalition will im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bei der ärztlichen Leistung die Notbremse ziehen und zum Beispiel alle Zuschläge für zeitlichen Einsatz streichen. Auch strukturelle Maßnahmen, wie etwa ein Primärarztsystem, werden sich auf unsere Arbeit auswirken. Die Einzelheiten dazu werden im Laufe des Jahres noch folgen.
Absolut unverständlich ist die Infragestellung der flächendeckenden Hautkrebsvorsorgeuntersuchung. Dieser Schuss könnte aufgrund der Folgekosten unterlassener Früherkennung gehörig nach hinten losgehen. Insgesamt zeigen die Maßnahmen die typischen Schwächen staatlich gesteuerter Systeme: die Bürokratie überlebt, die Leistungsträger werden geschröpft. Im gesamten GKV-Bereich gibt es überlappende Systeme – sei es bei den Kassen wie auch bei der ärztlichen Selbstverwaltung – die in Bezug auf ihre Effizienz abgeklopft gehören. Die Zahl von 94 Krankenkassen im GKV-Bereich spricht für sich.
Viele ärztliche Kolleginnen und Kollegen haben schon reagiert und ihre Berufstätigkeit in Deutschland eingeschränkt oder beendet. Deutschland hat Probleme im Bereich Energie und Infrastruktur – das hat sich bereits seit einiger Zeit abgezeichnet. Nun kommen auch noch die Auswirkungen der künstlichen Intelligenz sowie der aufkommenden Robotik hinzu. Dies als Chance zu begreifen und in Testzentren die Effizienz und den Workflow in Praxen – wissenschaftlich begleitet – voranzutreiben, ist anscheinend noch niemandem eingefallen. Die meisten Verwaltungssysteme in Praxen dienen der Generierung von Einnahmen der herstellenden Firmen, nicht der Nutzerinnen und Nutzer.
Und so müssen wir in unseren Praxen selbst Hand anlegen und versuchen, unsere Kosten durch Optimierung der Organisation zu senken. Dass dies wiederum Auswirkungen auf den im Verhältnis noch stabilen Gesundheitsmarkt in Deutschland haben wird, sollte jedem klar sein.
Was einen als Ärztin oder Arzt irritiert, ist das Lavieren eigener Vertreterinnen und Vertreter im Privatbereich und insbesondere der Bundesärztekammer. In Zeiten sinkender GKV-Umsätze auch noch Teile der Gebührenordnung für Ärzte selbst zu schrumpfen, ruft nach Konsequenzen.
Darum appelliere ich ausdrücklich an Sie, sich Gedanken über Konsequenzen zu machen, und freue mich auf Zuschriften!
Welche Vorschläge und Ideen haben Sie?
In unserer Region diskutieren wir die Entwicklung im Qualitätszirkel und suchen so auch nach regionalen Antworten. Denken Sie daran: Noch sind die Reformen nicht beschlossen, sondern müssen erst durch den Bundestag. Änderungen sind also noch möglich. Es liegt nun an uns, uns zu wehren!
Mit freundlichem Gruß
Dr. Matthias Herbst
Generalsekretär der ADK e. V.

Spezielle Informationen für Laien zum Thema Haut, Hautpflege und Kosmetik
ästhetische dermatologie & kosmetologie 3/2026
Themenschwerpunkte aus allen Bereichen der ästhetischen Dermatologie