Editorial 5/2025
EADV 2025: Wissenschaftliche Vielfalt mit Ästhetik im Fokus
Paris im Frühherbst – die Stadt ist kaum erholt vom olympischen Glanz, da verwandelt die European Academy of Dermatology and Venereology (EADV) das Paris Convention Centre vom 17. bis 20. September 2025 in einen globalen Knotenpunkt für Dermatologie und Venerologie. Es erschienen über 20.000 Delegierte – so viele wie noch nie. Der Kongress ist ein deutliches Signal für die dynamische Entwicklung unseres Faches in Klinik und Wissenschaft.
Über 170 Sitzungen gaben Einblicke in aktuelle Entwicklungen. Die Themenpalette reichte von entzündlichen Dermatosen wie atopischer Dermatitis, Psoriasis und Hidradenitis suppurativa über Haar- und Pigmentstörungen bis hin zu infektiologischen und onkologischen Erkrankungen.
Besondere Aufmerksamkeit fanden die von der EADV hervorgehobenen Pressemitteilungen. Ein deutlich erhöhtes Risiko suizidaler Gedanken bei Patientinnen und Patienten mit atopischer Dermatitis unterstreicht die große Bedeutung psychosozialer Aspekte in unserem Fach. Darüber hinaus waren sexuell übertragbare Infektionen stark im Programm vertreten. Diskutiert wurden außerdem neue Daten zu Diagnostik, Resistenzentwicklung und Versorgungskonzepten.
Die ästhetische Dermatologie zeigte neue Erkenntnisse zu zellbasierten Therapien, Stammzellen und Exosomen, die vielversprechende Perspektiven für regenerative Ansätze eröffnen. In der Anti-Aging-Medizin wird zunehmend die Rolle von Antidiabetika – insbesondere Metformin und GLP-1-Rezeptor-Agonisten – diskutiert, die auch in dermatologischen Anwendungen von Bedeutung sein können. Prozedurale Sitzungen zu Laser- und anderen energiebasierten Geräten sowie Diskussionen zu Langzeitsicherheit und Kombinationsprotokollen verdeutlichen die zunehmende Verschränkung von medizinischer und ästhetischer Dermatologie. Evidenzbasierte Verfahren und nachhaltige Zufriedenheit von Patientinnen und Patienten rücken stärker denn je in den Vordergrund.
Das hybride Kongressmodell mit erweiterter CME-Option ermöglicht weltweite Teilnahme und nachhaltiges Lernen.
Paris 2025 ist damit weit mehr als eine beeindruckende Kulisse. Der Kongress zeigt eindrucksvoll, dass die Dermatologie nicht nur klinisch und wissenschaftlich wächst, sondern zunehmend interdisziplinär, global und translational denkt. Für die ästhetische Dermatologie bedeutet dies, was die ADK schon lange fordert, ihre Verfahren noch stärker auf wissenschaftliche Evidenz und langfristige Zufriedenheit von Patientinnen und Patienten auszurichten.
PD Dr. med. Evgenia Makrantonaki
Schriftführerin der ADK, Vorsitzende des AK Dermato-Endokrinologie
(DDG); Derma Zentrum Wildeshausen und Medizinische Hochschule
Theodor Fontane

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ästhetische dermatologie & kosmetologie 1/2026
Themenschwerpunkte aus allen Bereichen der ästhetischen Dermatologie