Sportdermatologie
Für viele gehört die sportliche Bewegung in der Natur zum Alltag. Sport steigert das Wohlbefinden, hält gesund, kann allein oder in der Gruppe Spaß machen. Dieser positive Einfluss auf die Psyche wirkt sich auch auf Hautkrankheiten aus. Nachweislich fördern insbesondere die Ausdauer-Sportarten wie Laufen, Radfahren, Wandern oder Schwimmen die Heilung chronischer Dermatosen wie Neurodermitis oder Psoriasis.
Sportdermatologie befasst sich aber mehr mit der richtigen Hautpflege, die gerade beim Sport nicht missachtet werden darf. Eine Reihe von Sportarten finden im Freien statt. Sportlerinnen und Sportler sind hier einer Vielzahl von Umwelteinflüssen, in erster Linie Sonnenstrahlen, Temperaturen und Allergenen ausgesetzt. Häufige Probleme finden sich durch das Schwitzen. Das Milieu des Schweißes ist ideal für Bakterien und Pilze, die sich hier schnell ansiedeln können. Hinzu kommt der unangenehme Geruch. Diesem wirken geeignete Deos zum Beispiel mit dem Wirkstoff Farnesol entgegen, die gleichzeitig die bakterielle Besiedlung verhindern. Desweiteren sollte nach dem Training regelmäßig geduscht werden. Zu häufiges und zu langes Duschen jedoch trocknet die Haut aus und macht sie anfälliger für Umwelteinflüsse und Infektionen. Idealerweise verwendet man rückfettende Duschgels oder -öle, eventuell noch Körperlotionen oder -öle.
Daneben spielt die Kleidung eine wichtige Rolle. Zum einen darf sie nicht zu eng sein, da sich an den Scheuerstellen schnell Ekzeme oder Pilzinfektionen bilden können. Zum anderen muss das Material angemessen und verträglich sein. Viele Allergien sind durch Kunstfasern auch in Sportkleidung bedingt. Wer sich dahingehend nicht sicher ist, sollte sich hautdermatologisch beraten oder einen Allergietest machen lassen.
Von Schminke beim Sport ist abzuraten. Durch das Schwitzen zerlaufen die Farbpartikel des Make-ups und vermischen sich mit dem Schweiß, eine Kombination, die gern zu Hautreizungen führt. Unangenehm wird es, wenn auch noch der Lidschatten in die Augen läuft und hier reizt. Wer trotzdem auf derartige kosmetische Farbspiele nicht verzichten möchte, sollte auf gut verträgliche wasserfeste Produkte zurückgreifen.
Ob zu Lande oder zu Wasser, wer Sport im Freien treibt, muss sich in erster Linie vor der Sonne schützen. Denn was nützt ein gut durchtrainierter Körper, wenn die Haut dabei geschädigt wird.
An erster Stelle steht die Sonnencreme mit genügend Lichtschutz. Die Cremes enthalten UV-Filter, die in der obersten Hautschicht wirken. Mechanische oder physikalische Filter wie Zinkoxid legen sich auf die Haut und reflektieren die UV-Strahlen. Chemische Filter nehmen das UV-Licht auf und geben dabei Wärme ab. Es sollte eine Creme mit einem Lichtschutzfaktor (LSF) von mindestens 20 gewählt werden. Der LSF erhöht die Zeit, die man entsprechend seinem Hauttyp in der Sonne verbringen kann, um den jeweiligen Faktor, minus 40 Prozent. LSF 20 bedeutet also, bei Hauttyp I mit einer ungeschützten Aufenthaltszeit in der Sonne von 15 Minuten: 15 Minuten mal 20 minus 40 Prozent ergibt drei Stunden. Vorausgesetzt natürlich, die Sonnenschutzcreme wird in ausreichender Menge und mindestens 30 Minuten vor der Sonneneinstrahlung aufgetragen, inklusive den Ohren, die oft übergangen werden. Idealerweise verwendet man zudem eine Creme mit ausgewiesenem Schutz auch vor den UVA-Strahlen, da der LSF nur den UVB-Schutz beschreibt. Ein Hinweis auf guten UVA-Schutz ist beispielsweise "Australischer Standard". Die Wasserfestigkeit der Creme sollte selbstverständlich sein, insbesondere für Wassersportler. Ob beim Segeln, Surfen oder Schwimmen, das Wasser reflektiert die Sonnenstrahlen und intensiviert deren Wirkung erheblich.
Zum Sonnenschutz gehört gleichfalls die richtige Kleidung. Dunkle Farben schützen besser als helle, Nylon mehr als Baumwolle. Hält man das Material gegen das Licht und kann hindurchschauen, ist es zu dünn und bietet nur wenig Schutz, ebenso wie nasse oder zu enge Kleidung. Mittlerweile gibt es schon T-Shirts mit eingebautem UV-Schutz, die entsprechend gekennzeichnet sind.
Nicht außer acht gelassen werden darf die Sonnenbrille. Die Farbe der Gläser ist dabei irrelevant. Wichtig ist neben ausreichender Größe, die die Augen vollständig bedecken, der Hinweis UV 400 oder 100 Prozent UV-Schutz sowie Markierungen auf dem Bügel wie CE oder EN1836:1997. Beim Kauf sollte man auf Fachgeschäfte zurückgreifen - die Augen sind zu wichtig, um sie mit Plagiaten zu schädigen.
Trotz aller Sonnenschutz-Maßnahmen ist es nach wie vor ratsam, die Sonne in der Mittagszeit mit der höchsten Exposition zwischen 11 und 15 Uhr zu meiden.
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