Arbeitsgemeinschaft ästhetische Dermatologie und Kosmetologie e.V. (ADK) - Titelseite Deutsche Dermatologische Gesellschaft e.V. Deutsche Dermatologische Lasergesellschaft e.V. Akne Forum e.V. Ärzteverband Deutscher Allergologen e.V. Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V. Kontakt Suche Links Arbeitsgemeinschaft ästhetische Dermatologie und Kosmetologie e.V. (ADK)
 












 Druckversion
 Seite empfehlen

Methoden

Laser

Indikationen zum Lasereinsatz:

Gefäßveränderungen: Feuermale (Naevus flammeus), Blutschwämme (Hämangiome), Rubinflecke (Altershämangiome, senile Angiome, eruptive Angiome), Teleangiektasien (erweiterte Äderchen, Couperose, Spider-Naevi, Besenreiser), Angiofibrome (Adenoma sebaceum), Rosazea (Kupferfinne, "Säufernase").

Pigmentablagerungen: Tätowierungen, Permanent Make-up, Schmutzeinsprengungen, Altersflecke, Alterswarzen (seborrhoische Keratosen), Hyperpigmentierungen.

Gutartige Hautneubildungen: Warzen (Condylomata, Mollusken, bowenoide Papulose), dermale Nävuszellnävi (erhabene Muttermale), Narben (rote Narben, Narbenwucherungen/Keloide), Adnextumore (Neubildungen der Hautanhangsgebilde, z. B. der Talgdrüsen), Xanthelasmen (Fettablagerungen der Haut), Naevus sebaceus, Granuloma teleangiectaticum, Zylindrom, fibröse Nasenpapel.

(Beginnend) bösartige Hautneubildungen: Aktinische Keratosen (u. a. Cheilitis actinica), flache Basaliome, Kaposi-Sarkome, Kraurosis vulvae, Morbus Bowen, initiale Plattenepithelkarzinome.

Sonstige kosmetische Indikationen: Gesichtsfältchen. Narben nach Akne, Verletzungen, Operationen oder Windpocken.

Epilation: Permanente Entfernung von störenden Körperhaaren: Damenbart, Beinbehaarung, männlicher Haarwuchs bei der Frau.

Bedingt behandelbar: Pigmentverschiebungen (Schwangerschaftsflecken, Chloasma), Tierfellnävi (angeborene große Muttermale), Morbus Hailey-Hailey, kutane Amyloidose, Lupus erythematodes.

Weitere Informationen finden Sie unter www.ddl.de!

PD. Dr.med. Michael Drosner
Deutsche Dermatologische Lasergesellschaft (DDL)


Peeling

Peeling-Maßnahmen werden unterteilt in mechanisches Peeling (z.B. durch Rubbelpartikel) oder chemisches Peeling (z.B. Fruchtsäure-Peeling = AHA-Peelings, Tiefenschälkur mit Kräuterzubereitungen nach Schrammek = Green Peel u.a.), die ein Abschälen der Haut bewirken. Das chemische Peeling ist eine invasive Maßnahme, mit dem Ziel über den Zwischenschritt einer Zerstörung bestimmter Partien der Epidermis oder Dermis eine Regeneration von Dermis und Epidermis zu erreichen. Die Invasivität der Methoden wird charakterisiert durch das Synonym "Chemische Chirurgie (=Chemosurgery").

Über das Übergangsstadium einer kontrollierten Wundheilung kann folgendes erreicht werden:
das Verschwinden von Pigmentstörungen, aktinischen Schädigungen und Keratosen, Falten oder oberflächlichen Narben und im dermato-kosmetischen Bereich ein jüngeres Erscheinungsbild der Haut. Das Peeling hat insbesondere die Behandlung der Komedonenakne und der oberflächlichen Aknenarben bereichert.

Neben Ölen, Salzen und Alabaster-Zubereitungen im alten Ägypten und Mixturen aus Schwefel, Senf und Lehm applizierten die Türken bewusst leichte Verbrennungen der Haut, um eine Schälung zu erzielen. Bereits Anfang dieses Jahrhundert arbeitete Mackee, ein britischer Dermatologe mit Phenol bei Aknenarben. In den 50ger Jahren wurde mit Schwefel-, Resorcin/Salizyl-Pasten und Kälteapplikationen gearbeitet. Es wurde bekannt, daß ein Entfetten der Haut notwendig ist, um die Nephrotoxizität von Phenolzubereitungen zu minimieren. In den 60ger Jahren folgten Arbeiten zu Trichloressigsäure (TCA) Peelings (10% bis 35%), die eine ausgeprägtere Eiweissfällung zeigten. Bereits in den 80ger Jahren wurde der Effekt von Peeling und Dermabrasio histologisch kontrolliert. Die Anwendung eines oberflächlichen CO2-Peelings, der Jessner´schen Lösung (Resorcin, Salicyl-und Milchsäure in Ethanol) oder der von Glykolzubereitungen in Verbindung mit 35%TCA führte zu einem Peeling mittlerer Tiefe ohne das Risiko einer Narbenbildung, wie sie noch bei 50% TCA gegeben war. Die 90ger Jahre sind bestimmt durch die weitere Verbreitung oberflächlicher Peeling-Massnahmen zur "Hautverjüngung". Bisher haben wir nur wenige vergleichende Studien zu traditionellen Peeling-Massnahmen und keine Langzeiterfahrungen. Dagegen liegen aus dem Bereich der medizinisch induzierten Anwendungen Studien vor zu chemischen Peelings bei Aktinischen Keratosen, Xeroderma pigmentosum, neurotischen Exkoriationen, Melasmen und Mollusca contagiosa.

Mitte der 70ger Jahre wurde der vergleichsweise mild schälende Effket der Alpha- Hydroxysäuren bekannt, die nach ihrem häufigen Vorkommen in Früchten auch Fruchtsäuren benannt wurden. Alpha-Hydroxy-Acids (AHA) und alpha-Keto-Acids führen bei Konzentrationen bis 20% zu einer Ablösung des Stratum corneum, bei Konzentrationen bis 70% zu einer Epidermolyse. CO2 Applikation verursacht eine epidermale Nekrose mit dermalem Ödem ohne das dermale Kollagen zu zerstören. Mit 40% bis 60% TCA wird die untere papilläre Dermis geschädigt, bei der Baker´schen Phenollösung (Phenol, TCE und Krotonöl) auch die mittlere reticuläre Dermis. Bei diesen tieferen Peeling-Verfahren zeigt sich in der Tat nach 3 bis 4 Monaten ein Ersatz des ehemals aktinisch geschädigten Kollagens durch regelrecht parallel angeordnetes Kollagen und elastischen Fasern in der mittleren retikulären Dermis. Diese Effekte hielten nach der immerhin tiefe Verletzungen setzenden Baker´schen Phenol-Behandlung bis zu 20 Jahren an. Das Auftreten neuer epidermaler Neoplasmen war dadurch hinausgezögert. Phenol und Resorcin (z.B. in Resorcinpaste 20-30%), ein Phenolabkömmling, sind im Tierversuch krebserzeugend und werden daher nicht zur Dauertherapie beim Menschen eingesetzt. Vermehrt verwendet werden Vitamin-A-Säureabkömmlinge und Glykolsäure zum Peeling. Für die aktinische geschädigte Haut hat sich auch eine Kombinationsbehandlung mit 5-Fluorouracil und Glykolsäure bewährt.

Mit all den oben beschriebenen Peeling Massnahmen ist keine Wirkung auf tiefe Narben, stark der Mimik unterlegene Falten und schlaffe Hautpartien zu erzielen. Hier müssen andere Maßnahmen der aesthetisch rekonstruktiven Dermatologie ergriffen werden wie Unterspritzungen mit Kollagen oder Hyaluronsäure, autologe Fetttransplantation oder Botulinumtoxin-Injektionen. Um so wichtiger ist es, mit dem Patienten/Kunden zu beprechen, was er erwarten kann. So ist bei Anwendung eines leichten bis mittleren chemischen Peelings durchaus eine Verbesserung der Hautqualität ohne Störungen der Hautarchitektur und mit erhaltener Bräunung gegeben, bei tieferen Peelings wird die Haut heller und kann bei zu früher Besonnung fleckig pigmentieren. Im Normalfall tritt eine Verbesserung der aktinischen Hautschädigung, ein Abflachen leichter Falten und Krähenfüße, die Beseitigung unregelmäßiger Pigmentierung und der gewünschte Schäleffekt bei Akne comedonica.

Relative Kontraindikationen eines chemischen Peelings sind dunkler Hauttyp, Keloidneigung, vorausgegangene Radiatio in der Kopf-Region, Isotretinoin-Therapie, eine schwere Erkrankungen kardialer oder renaler Genese oder eine HIV-Infektion. Die Auswahl der Peeling-Verfahrens muss sowohl dem Hauttyp des Patienten als auch der Hautregion und den Lebensumständen eines Menschen entsprechen. So kann zur Korrektur perioraler Lippenfalten ein tieferes Peeling gewählt werden als an Stirn und Wangenpartie. Umgekehrt kann aber auch die Zeit, die sich ein berufstätiger Mensch für die Wundheilung nehmen kann, die Tiefe eines Peelings bestimmen. In der Nachbehandlung chemischer Peelings ist bei oberflächlichen Peelings lediglich die Restriktion intensiver Sonnenbestrahlung von Bedeutung, bei tieferen Peelings kommt der Schutz vor Superinfektionen hinzu, insbesondere vor Herpes simplex Infektionen.

Einsatz des chemischen Peeling:

  1. Aktinischen Keratosen und Präkanzerosen
  2. Falten
  3. Unregelmässige Pigmentierung
  4. Akne vulgaris
  5. Oberflächliche Narben

PD Dr. med C. Bayerl
Universitäts-Hautklinik Mannheim


  © 2008 |  Impressum |  Disclaimer | Kontakt
Arbeitsgemeinschaft ästhetische Dermatologie und Kosmetologie e.V.