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AFP-News Medizin und Gesundheit
08.04.2010
Tarifgespräche für Ärzte an kommunalen Kliniken gescheitert
Keine Einigung auf Gehaltserhöhung für 55.000 Mediziner
An den kommunalen Kliniken in Deutschland drohen nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen nun Streiks. Der Marburger Bund und die kommunalen Arbeitgeberverbände konnten sich nicht auf den Umfang der Gehaltserhöhung für die 55.000 Ärzte einigen, wie die Gewerkschaft nach Beratungen der Großen Tarifkommission in Düsseldorf mitteilte.
Der Marburger Bund hatte für die Ärzte an kommunalen Kliniken eine Erhöhung der Gehälter um durchschnittlich fünf Prozent und eine deutlich bessere Bezahlung von Bereitschaftsdiensten, vor allem in der Nacht, an Wochenenden und Feiertagen gefordert. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) lehnte dies ab. Die Arbeitgeber boten zuletzt Einkommenssteigerungen von 2,9 Prozent bei einer Laufzeit von 36 Monaten und orientierten sich dabei am Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst, der auch für die nichtärztlichen Angestellten in Krankenhäusern gilt.
Die Arbeitgeber warfen dem Marburger Bund vor, den in der Nacht zu Donnerstag erzielten Sondierungsstand wieder aufgekündigt zu haben. Der Sondierungsstand sah neben der Anhebung der Ärztegehälter vor, dass die Vergütung des Bereitschaftsdienstes zwischen 16 und 20 Prozent steigen sollte, zusätzlich sollen Zuschläge für Nachtarbeit eingeführt werden. Beide Seiten hätten diesen Stand als Weg für einen Abschluss gesehen, erklärte die VKA.
"Es ist nicht akzeptabel, das Gehalt eines Arztes doppelt so hoch steigen zu lassen wie das der Krankenschwester", sagte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Joachim Finklenburg, nach dem Scheitern der Verhandlungen. "Unter den Streiks werden in erster Linie unbeteiligte Patientinnen und Patienten leiden", sagte er.
Die Tarifverhandlungen hatten am 18. Januar begonnen und waren zeitweise von Warnstreiks des Marburger Bundes begleitet gewesen.
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