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AFP-News Medizin und Gesundheit
07.04.2010
Hunderttausende Senioren sind medikamentenabhängig
Besonders Frauen nehmen regelmäßig Schlaftabletten
Hunderttausende Senioren sind in Deutschland medikamentenabhängig und wissen dies häufig nicht. Insgesamt etwa 1,9 Millionen ältere Menschen "haben ein Problem mit ihrem Medikamentenkonsum", sagte Armin Koeppe von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen.
Medikamentenabhängigkeit sei in Deutschland genauso verbreitet wie die Abhängigkeit von Alkohol: "Es gibt zwischen 1,7 und 2,8 Millionen Medikamentenabhängige oder Menschen mit problematischem Komsumverhalten bei Medikamenten", sagte er. Die Hauptbetroffenen seien Rentner, vor allem Frauen. Sie ließen sich von Ärzten Schlafmittel verschreiben, obwohl es im Alter natürlich sei, weniger zu schlafen. "Was die älteren Menschen nicht wissen, ist, dass diese Medikamente sehr schnell zu Abhängigkeit führen", sagte er.
Generell sei der Medikamentenkonsum älterer Menschen sehr hoch. "70 Prozent aller Medikamente werden von Menschen über 65 Jahren eingenommen", sagte er. Nach Erkenntnissen der Hauptstelle für Suchtfragen nimmt die Hälfte aller Senioren täglich Medikamente mit acht verschiedenen Substanzen ein, etwa 20 Prozent sogar Medikamente mit 13 verschiedenen Substanzen. Koeppe berichtet, dass für Senioren gefährliche Stürze mit Verletzungen wie Oberschenkelhalsbruch häufig durch Medikamente ausgelöst würden.
Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen stellte am Mittwoch ihr "Jahrbuch Sucht 10" vor, das aktuelle Entwicklungen beim Konsum verschiedener Suchtmittel, aber auch bei der Suchtkrankenhilfe aufzeigt.
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